Ich hab nur eine Angst, dass du keine hast. Nah, fuck you

bis-nach-alaska:

“Es gibt einen Aphorismus von Nietzsche, in dem er über die Erfahrung des Erwachsenen schreibt, der in das Dorf seiner Kindheit zurückkehrt. Das Gartenhaus, die Kirche mit den Gräbern, der Teich und der Wald - das alles sehen wir immer als Leidende wieder, schreibt er. Denn während die Umgebung unserer Kindheit nahezu unverändert ist, selbst das Verhalten der Menschen, ja diese selbst es sind, wissen wir um unsere Veränderungen. Es erschüttert uns, eine scheinbar ewig fortbestehende Welt zu sehen, die verschweigt, was wir zigmal erfahren haben: Das Leben ist ein Taubenschlag. Soll heissen: Die Musiken und Menschen, die wir mochten, die Wohnungen, in denen wir lebten, die Freundschaften, die wir einmal schlossen und sich später teils verliefen oder aus Zwist auseinandergingen, die Zeiten, in denen wir litten oder das Verliebtsein, das mehr als einmal war und dann plötzlich nicht mehr ist - all das gibt uns zu verstehen, dass wir mit jedem Augenblick ein klein wenig sterben, zumindest der, der wir waren. So sind Kindheit und Erwachsensein nicht nur zwei Welten, sondern zwischen dem, der wir waren, der wir sind und dem, der wir werden liegen gleichsam tausend Welten.”

— Kenneth Hujer
(via vielleicht-manchmal)